6.9 Mycobacterium leprae

Allgemeines
Die Diagnostik der Lepra erfolgt primär klinisch. Als mikrobiologische Untersuchung eignet sich gegebenenfalls die Ziehl-Neelsen-Färbung und ein Direktnachweis mittels PCR von Geschabsel der Hautläsion oder Biopsie von der betroffenen Haut. Mycobacterium leprae kann bis heute nicht in-vitro kultiviert werden.

Nasenabstrich
Material von verdächtigen Schleimhautstellen im hinteren Teil des Nasenseptums nach oberflächlicher Reinigung und Anästhesie unter Sichtkontrolle abschaben.

Gewebsflüssigkeit von skarifizierten Hautstellen
Besonders Material von Randpartien mehrerer verdächtiger Hautläsionen.

Material von Hauteinschnitten
Am Rand verdächtiger Stellen: desinfizieren, Hautfalte abheben und zwischen zwei Fingern pressen, kurzen Einschnitt von ca. 5 mm Länge und 2 mm Tiefe in das Korium durchführen, Blut und Gewebsflüssigkeit abtupfen, mit Skalpell über die noch gepresste Inzision schaben und das Material gewinnen.

Hinweis:
Reichlich SFS sind nur bei lepromatöser Lepra nachzuweisen, während sie bei tuberkuloider Lepra entweder völlig fehlen oder nur in sehr geringer Anzahl vorhanden sind.