6.3 Mikroskopie

Mikroskopische Präparate werden nach Vorbehandlung (Anreicherung, Dekontamination) des Untersuchungsmaterials hergestellt und fluoreszenzmikroskopisch untersucht. Im positiven Fall erfolgt eine Bestätigung durch eine Ziehl-Neelsen-Färbung.

Mit Ausnahme von Blut, Knochen und Stuhl stellen wir von allen Proben ein mikroskopisches Präparat her. Urin wird mikroskopisch nur untersucht, wenn beim Patient eine gesicherte urogenitale Tuberkulose vorliegt. Magensaft wird mikroskopisch untersucht, sofern der Patient höchstens 12 Jahre alt ist.

Erstmals positive Befunde werden telefonisch übermittelt und schriftlich bestätigt. Mikroskopische Resultate sind an Wochentagen innerhalb von 24 Stunden verfügbar. Die Notfall-Mikroskopie (Ziehl-Neelsen Färbung) wurde am IMM durch eine Real-Time PCR abgelöst (GeneXpert, Cepheid, Sunnyvale, CA). Diese PCR ermöglicht einen schnellen Nachweis von M. tuberculosis-Komplex-DNA aus respiratorischen Proben (Testdauer von ca. 3 Stunden). Die PCR besitzt eine erheblich höhere Sensitivität und Spezifität gegenüber der Notfall-Mikroskopie. Eine Notfall-PCR wird werktags von 8-19 Uhr, an Wochenenden und Feiertagen von 8-16 Uhr nur nach telefonischer Anmeldung beim diensthabenden Akademiker (+41 79 698 99 90) durchgeführt. Ausserhalb dieser Zeiten führt das interdisziplinäre Notfalllabor ohne Voranmeldung eine Notfall-Mikroskopie (Ziehl-Neelsen Färbung) aus nicht vorbehandelten Proben durch.

Referenzen:
Integrating the Xpert MTB/RIF assay in a diagnostic workflow for rapid detection of Mycobacterium tuberculosis in a low-prevalence area.
Deggim V, Somoskovi A, Voit A, Böttger EC, Bloemberg GV (2013)
J Clin Microbiol. 51:2396-9

Diagnostic implications of inconsistent results obtained with the Xpert-MTB/Rif assay in detection of Mycobacterium tuberculosis isolates with an rpoB mutation associated with low level of rifampin resistance.
Somoskövi A, Deggim V, Ciardo D, Bloemberg GV (2013)
J Clin Microbiol. 51:3127-9

Rapid molecular detection of tuberculosis.
Zbinden A, Keller PM, Bloemberg GV (2011)
N Engl J Med. 364:183