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5.9 Parodontitis PCR-Panels

Multiplex PCR-Panels zum Nachweis von Parodontitis-assoziierten Markerkeimen

Die Entstehung und Progression der Parodontitis beruhen auf einem komplexen Zusammenspiel individueller Risikofaktoren, der Wirtsimmunantwort sowie einer dysbiotischen Veränderung des oralen Mikrobioms. Im Rahmen dieses Prozesses sind bestimmte bakterielle Spezies besonders eng mit parodontalen Erkrankungen assoziiert. Diese sogenannten Markerkeime tragen durch ihre Virulenzfaktoren und metabolischen Eigenschaften wesentlich zur Entzündungsreaktion und zur Gewebedestruktion im Bereich des Zahnhalteapparates bei.

Das Institut für Medizinische Mikrobiologie bietet neu zwei Multiplex-PCR Panels zum Nachweis dieser Parodontitis-assoziierten „Markerkeime“ an. In Tabelle 1 sind die Leistungsmerkmale der Analysen zusammengefasst.

Tabelle 1. Spektrum der Parodontitis-assoziierten Bakterien, welche mit den beiden Multiplex PCR-Panels nachgewiesen werden können. Die semiquantitative Bestimmung nachgewiesener Erreger erfolgt mittels definierter Kalibratoren. Keimzahlen werden anhand der ermittelten Ct-Werte abgeleitet und wie unten angegeben kategorisiert. Dabei ist zu beachten, dass die Angaben nicht zwingend die Zahl lebender und/oder vermehrungsfähiger Bakterien in der Probe widerspiegeln.

  Nachweisbare Erreger Kategorisierung (Keimzahl / ml)
Panel I

Aggregatibacter actinomycetemcomitans
Porphyromonas gingivalis
Prevotella intermedia
Tannerella forsythia
Treponema denticola

 

 

Kein Nachweis
(<105 Keime/ml;
A. actinomycetemcomitans
<103 K./ml)

Erhöhte Keimkonzentration
(<105 K./ml; A.a. <104 K./ml)

Stark erhöhte Keimkonzentration
(<106 K./ml; A.a. <105 K./ml)

Sehr stark erhöhte Keimkonzentration
(≥106 K./ml; A.a. ≥105 K./ml)

Panel II Parvimonas micra
Fusobacterium spp.
Capylobacter rectus
Eubacterium nodatum
Eikenella corrodens
Capnoycytophaga spp.

 

Panel I fokussiert dabei auf Erreger, die aufgrund ihrer hohen Pathogenität mit klinisch ausgeprägten Krankheitsbildern und fortgeschrittenen Verläufen assoziiert sind.[1][2]

Panel II umfasst Bakterien die im subgingivalen, dysbiotischen Biofilm als Wegbereiter der nachfolgenden Besiedelung durch die hochpathogenen Keime fungieren können.

Neben dem Speziesnachweis wird im Rahmen dieser Untersuchungen eine semiquantitative Bestimmung der jeweiligen Erregerlast (Keimzahl/ml) durchgeführt. Die abgeleiteten Kategorisierungen der Keimkonzentrationen (Tabelle 1, rechte Spalte) erleichtert zusätzlich die Differenzierung der Resultate (siehe Musterbefund (PDF, 252 KB)).

Geeignete Materialien und Durchführung

Die Untersuchung erfolgt aus subgingivale Plaqueproben, die mit sterilen Papierspitzen entnommen werden. Entsprechende Entnahmesets stellen wir Ihnen auf Anfrage kostenlos zur Verfügung. Wahlweise können bis zu 4 Einzelproben oder eine Poolprobe eingesandt werden. Die Analysen werden einmal wöchentlich, jeweils am Donnerstag, durchgeführt.

Tarife

  • Panel I: CHF 150 (pro Einzelprobe oder Poolprobe)
  • Panel II: CHF 150 (pro Einzelprobe oder Poolprobe)
  • Panel I + II: CHF 250 (pro Einzelprobe oder Poolprobe)

Referenzen:

Socransky et al. (1998) J. Clin. Periodontol. 25(2):134-144. doi: 10.1111/j.1600-051x.1998.tb02419.x. Fernandes et al. (2024) Microorganisms 12(11): 2214. doi: 10.3390/microorganisms12112214.