Sprüche, Weisheiten u.a.m

"Planung ersetzt den Zufall durch Irrtum." B. Zweistein

"Dummheit ist nicht verantwortlich, denn ihre Krankheit ist, dass Verantwortung an ihr nicht haftet." B. von Arnim (1852)

"Habe den Mut, Dich Deines eigenen Verstandes zu bedienen." I. Kant

Der kategorische Imperativ von Kant - das sapere aude - der aus dem vernünftig strukturierten Verhältnis des Menschen zu sich selbst gewonnen wird, das moralische Gesetz, das dem guten Willen unterliegt, ist weder Produkt eines Gehorsams gegenüber höheren Mächten, noch bildet es die Legalität von Rechtsnormen ab.

"Der Kopf ist rund, damit die Gedanken ihre Richtung ändern können." F. Picabia

"Wer über manche Dinge nicht den Verstand verliert, der hat keinen Verstand zu verlieren." G.E. Lessing

"Die Dummheit macht sich unsichtbar, indem sie unermessliche Ausmasse annimmt." B. Brecht

"Die Dummheit ist gerne in Gesellschaft, der Verstand bleibt allein." Unbekannt

Adorno irrte, als er sagte: "Es gibt nichts Wahres im Falschen." Es gibt dieses, aber es besitzt keine Wahrhaftigkeit.

Eine weitere Meinung lautet, dass was nichts kostet auch nicht von Wert sei. Das Gegenteil ist der Fall: es ist gerade das Wertvollste, was keinen Preis hat.

"Wenn Zwerge so lange Schatten werfen, muss die Sonne schon sehr tief stehen." E. Chargaff

"Die Naturwissenschaftler unserer Zeit - oder solche, welche sich dafür halten - wissen immer mehr und mehr über weniger und weniger. Der Idealzustand, dem wir uns asymptotisch nähern, ist alles über nichts zu wissen." E. Chargaff

"Es ist ein allgemeiner Fehler des Menschen bei Windstille nicht an Sturm zu denken." N. Machiavelli

"Denke nicht klein - die Kraft und Energie, die Du dafür brauchst, fehlt Dir bei den grossen Dingen." F. Crick

"Wenn Du und ich je einen Apfel haben und wir diese Äpfel austauschen, haben wir beide am Ende immer noch je einen Apfel. Wenn Du und ich aber je eine Idee haben und wir diese Idee austauschen, wird am Ende jeder zwei Ideen haben." G.B. Shaw

"Der Mensch ist ein Gott, wenn er träumt - und ein Bettler, wenn er denkt." F. Hölderlin

"Unser Wirtschaftssystem beruht auf der merkwürdigen Überlegung, dass widerwärtige Menschen aus widerwärtigen Motiven irgendwie für das allgemeine Wohl sorgen werden." J.M. Keynes

"Man kann im Leben viel erreichen, wenn einem egal ist, wer den Lohn dafür einstreicht." H.S. Truman

"Die Zeit macht es denen nicht leicht, die sie totschlagen wollen." J. Prévert

"Um ein tadelloses Mitglied der Schafherde sein zu können, muss man vor allen Dingen ein Schaf sein." A. Einstein

"Welch triste Epoche, in der es leichter ist, ein Atom zu zertrümmern als ein Vorurteil." A. Einstein

"Wenige sind imstande, von den Vorurteilen der Umgebung abweichende Meinungen gelassen auszusprechen; die Meisten sind sogar unfähig, überhaupt zu solchen Meinungen zu gelangen." A. Einstein

"Der vernünftige Mensch passt sich der Welt an. Der unvernünftige Mensch versucht sich die Welt ihm passend zu machen. Daher geht aller Fortschritt von den Unvernünftigen aus." G.B. Shaw

"Kein Plan überlebt den ersten Feindkontakt." H. Graf von Moltke

Die Dummen sind nicht das Problem. Die Fleissigen sind schon eher ein Problem. Aber das wirkliche Problem sind die fleissigen Dummen - diese richten soviel Unheil an, das kann keiner wiedergutmachen.

"Mit der Dummheit und dem Verstand ist es ein merkwürdig' Ding: die eine ist fortwährend anwesend, so dass sie kaum wahrgenommen, der andere so häufig abwesend, dass sein Fehlen kaum bemerkt wird." B. Zweistein

"Die Eitelkeit ist dazu da, dass man sich mit ihr bekleidet - nicht, dass man von innen von ihr zerfressen wird." B. Zweistein

"Sei nicht besorgt um das, was Du nicht weisst - sondern darum, was Du mit dem machst, was Du weisst und was Du besser wissen solltest." B. Zweistein

"Menschen müssen nicht müssen, sondern wollen." B. Zweistein

"Glauben ist nicht Wissen." B. Zweistein

"Wir suchen das Glück außerhalb von uns selbst, noch dazu im Urteil von Menschen, die wir doch als kriecherisch kennen und wenig aufrichtig, als Menschen ohne Sinn für Gerechtigkeit, voller Missgunst, Launen und Vorurteile – wie absurd!" J. de La Bruyère (1645-1696)

"Dummheit, Ignoranz und Selbstsucht sind die drei Totengräber menschlichen Miteinanders." B. Zweistein

"Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg" - ich ergänze: "Wo kein Wille ist, ist kein Weg und jede Liebesmüh vergebens."

"J'ai décidé d'être heureux, parce que c'est bon pour la santé." Voltaire

"Verlieren kann nur, wer auch liebt." D. Rohwedder (Chef der Deutschen Treuhand)

"Freedom is just another word for nothing left to lose." J. Joplin

"Dem Wissen kommt ein geringerer Wert zu als dem Verstand." M. de Montaigne

"Wissen ist ein relativer Begriff – es gibt immer mehr was man nicht weiß, als das man weiß. Verstand, aber, hat man – oder man hat ihn nicht." B. Zweistein

"Die billigste Art des Stolzes ist der Nationalstolz. Denn er verrät in dem damit Behafteten den Mangel an individuellen Eigenschaften, auf die er stolz sein könnte." A. Schopenhauer

Das Denken – das dieses Wortes würdig ist – ist immer zweifelnd.

Es läuft immer wieder auf dasselbe hinaus – es gibt kein Eines, es gibt nur den Widerspruch. Diesen müssen wir erkennen und annehmen, ja in ihm leben lernen – "das Leben vollzieht sich in Widersprüchen" R.M. Rilke. Es ist der fortwährende Widerspruch, der uns antreibt – der nach Auflösung strebt, diese aber nie erreicht wird.

"The fascination of what’s difficult." W.B. Yeats

"Manche sind dazu verdammt, den Blitz mit der Hand zu fangen." F. Hölderlin

Das Entfleuchen von Wortzusammenstellungen aus offenen Mündern hat wenig mit Denken zu tun. Was hat formloses, wenig strukturiertes und inhaltloses Geplapper mit Shakespeares Metaphern oder Lichtenbergs Aphorismen gemein?

Es gilt der Kakophonie der Meinungen die Logik des Argumentes und der Fakten entgegenzusetzen.

Das Monopol gegenwärtiger Wert- und Moralvorstellungen auf das Vergangene und Zukünftige ist nicht nur geschichtslos, sondern trägt den Charakter monotheistischer Allmachtsreligionen. Die Moderne kennt weder Vielfalt noch Vergangenheit - eilig wandert sie von jetzt zu jetzt, bemäntelt mit der Allwissenheit des Gegenwärtigen.

 

 

Prof. E.C. Böttger
Lehrstuhlinhaber